Wie kann ich mich ändern?/Wo alles beginnt

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Aktuelle Version vom 24. August 2009, 16:23 Uhr

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English: How Can I Change?/Where it All Begins

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Von C.J. Mahaney Über Konversion
Kapitel 4 des Buches Wie kann ich mich ändern?

Übersetzung von Kerstin Braun

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Vor wenigen Jahren ging das Gerücht um, ein populärer Rockstar sei „wiedergeboren“. Die Reaktionen aus christlichen Kreisen waren erwartungsgemäß überschwänglich. Doch als der Star von seiner angeblichen Bekehrung erfuhr, setzte er dem Gerücht rasch ein Ende: „Es wurde verbreitet, dass ich wiedergeboren sei. Das ist falsch. Ich habe nur gesagt, dass ich wieder im Pornogeschäft sei.“

Nur ein kleiner Buchstabe, und so ein großer Unterschied. [Im Englischen „born again“ und „(into) porn again“ – A. d. Ü.]

Ich bin skeptisch, wenn ich höre, dass Personen des öffentlichen Lebens sich bekehrt haben. Selbst wenn die betreffende Person bestätigt, Christus nachfolgen zu wollen, scheint der Lebensstil desjenigen oder derjenigen selten eine entsprechende Änderung widerzuspiegeln. Es gibt oft keine Anzeichen für Buße. Es gibt kein Engagement in einer örtlichen Kirche. Wenn der gemeine Mann, Otto Normalverbraucher, diesen offenkundigen Widerspruch bemerkt, zieht er daraus den falschen Schluss, dass „wiedergeboren sein“ genau so aussieht.

Meditieren Sie über 1. Petrus 2,2-3. Was ist mit der hier beschriebenen „Milch“ gemeint? Warum ist reine Milch wichtig für geistliches Wachstum?

Charles Colson ist eine bemerkenswerte Ausnahme von diesem Verhaltensmuster. Der ehemalige Anwalt und Präsidentenberater der Regierung Nixon wurde wegen seiner Rolle in der Watergate-Affäre verurteilt und eingesperrt. Es schien verdächtig, als er während dieser Zeit behauptete, er habe sein Leben Christus übergeben. Doch das war kein Trick, um sein Urteil zu verringern. Colsons Bekehrung war echt, wie sich in seinem neuen Lebensstil zeigte. Sein Buch „Born Again“ berichtet beredt und überwältigend von seiner authentischen Begegnung mit dem Evangelium.

Wenn auch das Wort "wiedergeboren" in der heutigen Kultur häufig verwendet wird, so wird doch seine theologische Bedeutung dabei verdeckt. Als zum Beispiel der verabschiedete Schwergewichtsboxer George Foreman in den Ring zurückkehrte, sprachen Sportreporter davon, dass seine Karriere „wiedergeboren“ sei. Bei Politikern, die einen Rückschlag erleiden und dann wieder Beliebtheit erlangen, spricht man manchmal von Wiedergeburt. Und viele Menschen denken bei wiedergeborenen Christen an eine hyperaktive Randgruppe innerhalb der Kirche, ohne zu ahnen, dass die Wiedergeburt eine Voraussetzung dafür ist, überhaupt Teil der Kirche zu werden!

"Christ zu werden heißt nicht, einen neuen Anfang im Leben zu machen, sondern, für den Anfang ein neues Leben zu erhalten."[1]
-Thomas Adams

Selbst der reife Christ versteht manchmal dieses entscheidende Wort nicht. Doch wenn wir je darauf hoffen, uns so zu ändern, wie Gott es will, dann müssen wir mit dem Verstehen und Erleben von Erneuerung beginnen – der Wiedergeburt. Hier beginnt der gesamte Prozess der Heiligung.

1 Welche der folgenden Aussagen beschreiben Ihrer Meinung nach am besten, was es bedeutet, wiedergeboren zu sein?

(Antwort unten auf Seite)

❏ Sich für ein besseres Leben zu entscheiden

❏ Eine lange verloren gegangene Hingabe an Christus zu erneuern

❏ Gott zu bitten, Ihnen Ihre Sünden zu vergeben und in Ihrem Herzen einzuziehen

❏ Allen Ihren Freunden zu erzählen, dass sie in die Hölle kommen

❏ Nichts von dem oben Gesagten

Inhaltsverzeichnis

Ein Pharisäer wird belehrt

Das Wort „wiedergeboren“ entstand nicht bei Präsident Jimmy Carter. Es entstand bei Jesus Christus. Lassen Sie uns erkunden, wo er es einführte und wie er es verstanden sehen wollte, indem wir ein brain-bending Gespräch im dritten Kapitel bei Johannes belauschen.

Nicodemus war Pharisäer und Mitglied des herrschenden Rates der Juden, des Sanhedrin (Hoher Rat). Er genoss in Jerusalem große Achtung als Theologe und Lehrer des Rechts. Angesichts seiner Stellung und seines Ansehens überrascht es, dass Nicodemus Jesus einen privaten Besuch abstattete. Schließlich fehlte Jesus die formale Ausbildung, die Nicodemus und seine Standesgenossen so hoch schätzten. Außerdem hatte dieser niedrige proletarische Rabbi gerade den Tempel verwüstet und angedeutet, er hätte alleinige Vollmacht von Gott (Joh 2,13-22). Doch Nicodemus war von Jesu Lehren fasziniert, und dass die Wunder sich ereignet hatten, konnte er weder bestreiten noch abtun. So suchte der prominente religiöse Insider mit einer gewissen Demut den ungebildeten Zimmermann aus Galiläa auf:

Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, von Gott gekommen, denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm. (Joh 3,2)

Antwort: Nichts von dem oben Gesagten. Eine biblische Definition finden Sie, wenn Sie weiterlesen.

Eins muss man den Pharisäern lassen – sie wussten um die Bedeutung von Etikette. Indem er Jesus mit „Rabbi“ anredete, drückte Nicodemus Achtung vor dessen Stellung als Lehrer und den Willen zu lernen aus. Seine nächste Aussage jedoch sollte er schnell bereuen: „Rabbi, wir wissen ...“

Nicht gerade die empfehlenswerte Art und Weise, ein Gespräch mit dem Sohn Gottes anzufangen.

Jesus hätte Nicodemus für seine arrogante Haltung zur Rede stellen und das Gespräch hier beenden können. Stattdessen entschied er sich dafür, Nicodemus zu helfen, damit er erkannte, wie begrenzt sein Wissen tatsächlich war. Seine Methode: Eine schnelle Runde Bibelquiz. Kategorie: Erneuerung, für 200 Dollar.

"Wir nehmen diese Lehre [dass der Mensch nicht in das Reich Gottes gelangen kann] selten ausreichend ernst, vielleicht deshalb, weil sie uns die letzten Reste unserer natürlichen Selbstständigkeit unter den Füßen wegreißt. Sie unterstreicht die biblische Lehre, dass unsere Rettung allein aus Gnade geschieht. Das eine, was notwendig ist, ist auch das eine, das wir nicht selbst ausführen können![2]
—Sinclair Ferguson

„Wahrlich, wahrlich, ich sage dir“, erwiderte Jesus, „wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ (V. 3).

Die Aussage des Herrn verwirrte Nicodemus. „Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist?“, fragte er. „Kann er etwa zum zweiten Mal in den Leib seiner Mutter eingehen und geboren werden?“ Nicodemus konnte nicht verstehen, was Jesus meinte, und er war es auch nicht gewöhnt, dass man so mit ihm sprach. Üblicherweise war es seine Aufgabe, die Antworten zu geben, und nicht, sie zu suchen. Womöglich war er sogar im Tempel gewesen sein, als Jesus im Alter von 12 Jahren die Priester mit seinen Fragen erstaunte. Doch Jesus war kein Heranwachsender mehr.

Zur weiteren Betrachtung: Lesen Sie Matthäus 19,23-26. Welche Chancen hat ein Mensch, abgesehen von Gottes Eingreifen, in das Reich Gottes zu gelangen?

„Wahrlich, wahrlich, ich sage dir“, fuhr Jesus fort, „wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes eingehen. Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden.“ (Verse 5, 7).

Doch Nicodemus war überrascht. Ja, er war im Grunde schockiert.

„Wie kann dies geschehen?“, fragte er.

An diesem Punkt hätte Nicodemus zwei Aspirin gebrauchen können. Sein Problem wurde durch ein Gefühl der Demütigung noch verstärkt, besonders, als Jesus sagte: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und bezeugen, was wir gesehen haben, und unser Zeugnis nehmt ihr nicht an. Wenn ich euch das Irdische gesagt habe, und ihr glaubt nicht, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch das Himmlische sage?“ (Verse 11-12).

"Die Wiedergeburt ist nicht nur ein Geheimnis, das kein Mensch versteht, sie ist auch ein Wunder, das kein Mensch unternehmen kann.[3]
—Richard Baxter

Es ist leicht, auf den beschämten Gelehrten herabzusehen, doch lassen wir uns einmal derselben Prüfung unterziehen: Verstehen wir, was Jesus über das Neu-geboren-werden sagte? Sind wir erstaunt über Jesu Worte? Wenn wir nicht den Punkt erreicht haben, an dem wir mit Nicodemus fragen: „Wie kann dies geschehen?“, ist es unwahrscheinlich, dass wir das Geheimnis und das Wunder von Erneuerung gänzlich verstanden haben.

Nichts beizutragen

2 Schenkt Ihnen die Konzentration auf die einzelnen Bestandteile der bemerkenswerten Aussage Jesu neue Einsichten?

Ihr

müsst

von neuem

geboren

werden

Absichtlich ließ Jesus jede Andeutung darauf weg, dass Nicodemus persönlich verantwortlich dafür sei, von neuem geboren zu werden. Tatsächlich sagte er genau das Gegenteil: „Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist.“ (Joh 3,6).

Zur weiteren Betrachtung: Inwiefern zeigt Abrahams Vaterschaft zu Isaak und Ismael den Gegensatz zwischen unseren Bemühungen und denen Gottes? (Siehe Genesis 21,1-13 und Römer 9,6-9)

Es ist nicht schwer zu verstehen, weshalb Nicodemus die Bemerkungen Jesu so verwirrend fand. Die Pharisäer hatten das Gesetz missverstanden und falsch ausgelegt und versuchten daher, ihre eigene Gerechtigkeit vor Gott nachzuweisen. Nicodemus dürfte angenommen haben, dass für das Wiedergeborenwerden (was auch immer es bedeutete) eine Anstrengung oder Mitwirkung seinerseits erforderte. Die meisten von uns dürften dasselbe annehmen. Und genau diese Annahme griff Jesus an.

„Ihr müsst von neuem geboren werden“ ist kein Befehl, an Christus zu glauben; es ist eine Aussage, die klar stellt, was er in uns tun muss. „Erneuerung ist eine Veränderung, die durch Gott in uns vollzogen wird“, schreibt C. Samuel Storms, „keine autonome Handlung, die von uns für uns ausgeführt wird.“[4]

Halten Sie einen Moment inne, um über die überwältigenden Auswirkungen der Worte Christi nachzudenken:

■ Obwohl Erneuerung für das christliche Leben absolut erforderlich ist, kann sie durch menschliche Anstrengung nicht erreicht werden.

■ Gott ist der alleinige Urheber der Wiedergeburt, es handelt sich nicht um eine gemeinsame Anstrengung.

■ Erneuerung ist eine Erfahrung, die wir machen müssen, die jedoch nur Gott geben kann.

Nicht aus Mangel an Intelligenz fand Nicodemus die Worte des Herrn so verwirrend, sondern weil sie in seinem Denken einen Paradigmenwechsel erforderlich machten. Sie zeigten, wie hilflos und abhängig von der Gnade Gottes er war.

Bevor wir fortfahren, möchte ich eine Sache klarstellen. Ich schmälere hiermit nicht die Bedeutung von Buße und Glauben. Diese müssen unsere Reaktion auf Erneuerung charakterisieren, und sie sind für die Bekehrung und unsere fortwährende Heiligung unabdingbar. Doch aus meiner Sicht sind sie Ergebnis der Wiedergeburt, nicht Ursache. Der Theologe A. A. Hodge fordert uns warnend auf, die Sicht der Schrift zu bewahren: „Was der Mensch nach der Erneuerung auch tut, die erste Auferweckung der Toten muss ihren Ursprung in Gott haben.“[5]

"Eines Abends in der Woche, als ich im Hause Gottes saß, dachte ich nicht viel über die Ausführungen des Predigers nach, denn ich glaubte sie nicht. Mir kam der Gedanke: ‚Wie bist du Christ geworden?’ Ich suchte den Herrn. ‘Aber wie kam es, dass du den Herrn suchtest?’ Die Wahrheit blitzte augenblicklich in meinem Kopf auf – ich hätte ihn wohl nicht gesucht, wenn da nicht irgendein vorheriger Einfluss in meinem Kopf gewesen wäre, der mich veranlasste, ihn zu suchen. Ich betete, dachte ich, doch dann fragte ich mich: Wie kam ich dazu, zu beten? Ich wurde angeregt zu beten, indem ich die Schrift las. Wie kam ich dazu, die Schrift zu lesen? Ich las sie, doch was brachte mich dazu, das zu tun? Dann, in einem Augenblick, sah ich, dass Gott am Grunde von allem war, und dass er der Urheber meines Glaubens war, und so eröffnete sich mir die ganze Lehre von der Gnade, und von dieser Lehre bin ich bis zu diesem Tag nicht abgewichen, und ich möchte dies zu meinem ständigen Bekenntnis machen: ‚Ich schreibe meine Veränderung ganz und gar Gott zu.’"[6]
—Charles H. Spurgeon

Erfassen Sie einmal, welch radikale Veränderung erforderlich ist, und wie unfähig Sie sind, um diese hervorzubringen. Erneuerung ist das klare Werk Gottes allein. Wie J. I. Packer es ausdrückt: „Das ist keine Veränderung, die herbeizuführen der Mensch irgendetwas tut, ebenso wenig, wie Babys irgendetwas dazu tun, um ihre eigene Zeugung und Geburt zu veranlassen oder dazu beizutragen."[7]Wir werden nicht geboren „aus dem Willen des Mannes … sondern aus Gott geboren“, wie Johannes sagt (Joh 1,13).

Ein neues, gerechtes Wesen wurde geschenkt, dessen alleiniger Urheber Gott ist. Dazu haben wir die Versicherung, „dass der, welcher ein gutes Werk [Erneuerung] in euch angefangen hat, es vollenden wird bis auf den Tag Christi Jesu“ (Phil 1,6). Das sollte nun wirklich rechte Freude hervorrufen!

Meditatieren Sie über Titus 3,4-7. Wenn wir die Quelle unserer Errettung (V. 5) erkennen, wird unsere Hoffnung auf das ewige Leben gestärkt (V. 7).

Wir müssen uns keine Sorgen mehr darum machen, ob unsere Willenskraft und Selbstdisziplin ausreichen werden. Sie werden es nicht. Nach dem Bilde Christi umgewandelt zu werden, ist letztlich nicht von unserer Fähigkeit abhängig. Vielmehr können wir wegen Gottes endgültigem Werk Vertrauen in Bezug auf unser Wachstum in der Frömmigkeit haben. Er hat uns eine neue Einstellung eingepflanzt, ein Verlangen nach Gerechtigkeit. „Dies“, so J. Rodman Williams, „ist das größte Wunder, das man je erleben kann.“[8]

Es werde Leben

Was geschieht eigentlich, wenn jemand wiedergeboren wird?

J. I. Packer meint, das Wort Erneuerung „beschreibt einen neuen Beginn des Lebens … es spricht von einer kreativen Aufarbeitung, die durch die Kraft Gottes herbeigeführt wird.“[9] Als Gott Sie erneuerte, rief er etwas ins Leben, was zuvor nicht existierte. Die Bibel beschreibt das so: „Denn Gott, der gesagt hat: Aus Finsternis soll Licht leuchten! er [ist es], der in unseren Herzen aufgeleuchtet ist zum Lichtglanz der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi.“ (2 Kor 4,6) Die Parallele hier zwischen unserer Erneuerung und der Schöpfung ist beabsichtigt. Unsere Erneuerung war kein weniger schöpferischer Akt Gottes. Derselbe Gott, der sagte: „Es werde Licht!“ sprach eines Tages zu uns und sagte: „Es werde Leben!“ Und es ward Leben!

Meditieren Sie über 1. Petrus 1,23. Inwiefern trägt diese Analogie zu Ihrem Verständnis der neuen Geburt bei?

Die neue Geburt kann auch als Auferstehung betrachtet werden. Obwohl wir in Sünde tot waren und unfähig, diesen Zustand zu ändern, wurden wir nunmehr von Gott durch das erneuernde Wirken des Heiligen Geistes lebendig gemacht. Der Theologe R. C. Sproul erklärt dies genauer:

3 Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie sind ein Jugendexperte und beraten Jugendliche mit einer seltenen Geisteskrankheit - sie sind völlig überzeugt davon, dass sie sich selbst geboren haben. Was für Ängste würde dies Ihrer Erwartung nach bei ihnen hervorrufen?





(Würden Sie erwarten, ähnliche Ängste bei Christen vorzufinden, die Gottes Rolle bei der Erneuerung nicht verstehen?)

Der Geist erneuert das menschliche Herz und erweckt es vom geistlichen Tod zu geistlichem Leben. Erneuerte Menschen sind Neuschöpfungen. Wo sie zuvor weder Ausrichtung noch Neigung oder Wunsch nach den göttlichen Dingen hatten, sind sie jetzt zu Gott hin ausgerichtet und geneigt. Bei der Erneuerung pflanzt Gott einen Wunsch nach sich selbst in das menschliche Herz ein, der sonst nicht da wäre.[10]

„Ein Toter kann nicht bei seiner eigenen Auferstehung helfen“, bemerkt W. G. T. Shedd.[11] Wenn da nicht das gnädige Wirken des Heiligen Geistes gewesen wäre, der uns ein neues Leben gab, zusammen mit einem neuen Wesen und einem neuen Wunsch, Gott zu gefallen, zu dienen, zu gehorchen und zu verherrlichen, dann wären wir immer noch geistlich tot und Gott feindlich gesinnt.

Erneuerung unterscheidet sich deutlich von anderen Facetten unserer Errettung. Während beispielsweise die Rechtfertigung unseren Stand vor Gott ändert (das heißt, wir werden für gerecht statt für schuldig erklärt), verwandelt die Erneuerung unser innerstes Wesen. Dieser innere Wandel ist so radikal und umfassend, dass wir nun als neue Schöpfungen beschrieben werden. Das Bild Gottes, das beim Sündenfall beschädigt wurde, wird durch die neue Geburt neu geschaffen und fortwährend erneuert durch die Heiligung. Doch im Gegensatz zu Heiligung ist Erneuerung kein Prozess. Sie findet nicht schrittweise oder in verschiedenen Graden statt. Sie ist ein allwaltendes und augenblickliches Werk Gottes in unserem Leben.

"Erneuerung ist eine Veränderung, die erkannt und gefühlt wird: erkannt durch die Werke der Heiligkeit und gefühlt durch eine gnadenreiche Erfahrung.[12]
—Charles H. Spurgeon

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Nicht jeder wird mit all den dramatischen Erfahrungen erneuert, die Paulus machte. Hier haben wir es mit einem Mann zu tun, der für drei Tage übernatürlich erblindete und hörbar vom Himmel angesprochen wurde. Doch Paulus war nicht der Einzige, der in der Apostelgeschichte wiedergeboren wurde. Lydia, die die Gute Nachricht bei einem Gebetstreffen der Frauen hörte, „deren Herz tat der Herr auf, dass sie achtgab auf das, was von Paulus geredet wurde.“ (Apg 16,14). Und das war auch schon alles. Paulus’ Augen wurden zeitweise blind, und Lydias Herz wurde still aufgetan. Unterschiedliche Erfahrungen, doch das Ergebnis war genau das gleiche.

Zur weiteren Betrachtung: Wer ist „der, welcher heiligt“ (Hebräer 2,11)? Für welche Stufen unserer Heiligung ist er verantwortlich (Hebräer 12,2)?

Oft sind wir versucht, die Authentizität einer Umwandlung an den Erfahrungen zu messen, die sie begleiten. Jeder hört gern von dem Bandenführer oder Drogenhändler, dessen Leben drastisch verändert wird. Aber nehmen Sie einmal an, Sie sind eine Lydia. Eines Tages fuhren Sie im Auto so dahin, hörten eine Kassette, die Ihnen irgendjemand geborgt hatte, und ohne dass jemand dies bezeugen konnte, tat Gott sanft Ihr Herz auf. Sie hörten keine Stimmen, das Auto schlingerte nicht von der Straße. Nichts Dramatisches. Doch als Sie bei der Arbeit ankamen, wussten Sie, auch wenn Sie es nicht erklären konnten, dass etwas Bedeutendes geschehen war. Sie waren anders. Sie waren neu geboren worden.

Ich hatte das Privileg, den Ort in England zu besuchen, wo John Wesley wiedergeboren wurde. Betrachten Sie einmal seine einfache Beschreibung dieses Augenblicks: „Ich spürte, wie das Herz in mir seltsam erwärmt wurde.“ Wohl kaum etwas, das man als explosionsartige Erfahrung bezeichnen würde, und doch sind die Echtheit und Wirkung von Wesleys Erneuerung unbestreitbar.

4 Zeichnen Sie in das Leerfeld unten oder am Ende dieser Seite einen einfachen Zeitstrahl Ihres Lebens, beginnend bei der Geburt und bis in die Gegenwart hinein. Markieren Sie dann, wann Sie das Folgende jeweils erfahren haben: Erneuerung, Rechtfertigung, Heiligung, Buße, und Glaube. Was davon geschah zu einem bestimmten Zeitpunkt? Was geschieht fortlaufend?





Ob unaufdringlich oder dramatisch, alle neuen Geburten haben dies gemein: sie werden ausschließlich und gänzlich von Gott bewerkstelligt. Die Höhepunkt und die Figuren sind einzigartig, doch die Handlung der Geschichte ist immer dieselbe. Wir sind neue Schöpfungen. Das Alte ist vergangen, das Neue ist gekommen.

Ein vergeblicher Beschluss

Nicht nur in sein Evangelium hat Johannes bemerkenswerte Aussagen über Erneuerung eingebracht. Wir wollen abschließend die folgenden aufrüttelnden Worte betrachten: Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde, denn sein Same bleibt in ihm; und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist. (1 Joh 3,9)

Haben Sie jemals diesen Vers gelesen und waren verwirrt? Es kann doch unmöglich das bedeuten, was da steht … oder doch? Nur wenige Menschen können auch nur eine oder zwei Stunden überstehen, ohne auf die eine oder andere Weise zu sündigen. Vielleicht ist die wahre Bedeutung dieses Verses bei der Übersetzung verloren gegangen. Andererseits fragen wir uns besorgt: Was, wenn das stimmt? Das scheint nicht meine Erfahrung zu sein ... heißt das dann, dass ich nicht „aus Gott geboren“ bin?

Johannes meint damit nicht, dass wahre Christen „unfähig“ sind zu sündigen. Das wird aus dem ersten Kapitel desselben Briefs deutlich, wo er schrieb: „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns“ (1 Joh 1,8). Nein – die Sünde ist immer noch deutlich vorhanden, und wenn auch ihre Herrschaft über unser Leben zerstört ist, so können wir doch jederzeit ihrem Einfluss unterliegen. Doch indem er schreibt, jeder, der aus Gott geboren ist, „kann nicht sündigen“, zeigt Johannes auf, dass die Erneuerung uns unfähig gemacht hat, weiterhin zu sündigen.

Was Johannes in diesem Abschnitt meint, ist nach Anthony Hoekema, dass der Christ „nicht weiterhin die Sünde tut und genießt und sich ihr völlig überlässt … [E]r oder sie ist nicht fähig, weiter mit Freude zu sündigen, weiter in Sünde zu leben.“[13] John R. W. Stott fasst es einfacher zusammen: „Der Gläubige kann in Sünde fallen, doch er wandelt nicht in ihr.“[14]

Erkennen Sie den Unterschied?

"Erneuerung tritt hauptsächlich im Zentrum des menschlichen Wesens auf, nämlich in seinem Herzen oder seiner Seele. Auf dieser tiefgründigsten Ebene der menschlichen Existenz vollzieht sich eine entscheidende Veränderung. "[15]
—J. Rodman Williams

Nehmen wir mal an, ich wäre so dumm, Johannes’ Versicherung zu überprüfen, indem ich den folgenden Beschluss fasste: „In den nächsten sechs Monaten will ich versuchen, einen sündigen Lebensstil zu entwickeln.“ Das ist natürlich etwas, was ich mir weder wünschen noch empfehlen würde. Jedoch glaube ich nicht, dass ich in der Lage wäre, einen solchen Beschluss auszuführen. Warum? Weil ich aus Gott geboren bin. Ich habe jetzt ein neues Herz, ein neues Leben, und eine neue Neigung, Gerechtigkeit zu suchen und Gott zu gefallen. Obwohl ich immer noch Sünden begehe, bin ich dank seiner erneuernden Kraft unfähig, mich der Sünde hinzugeben oder in ihr fortzufahren. ich werde nie wieder die Sünde als Lebensstil genießen können. Nur ein göttlicher Akt könnte dies bewerkstelligt haben.

Meditieren Sie über Epheser 4,22-24. Was charakterisiert das „neue Selbst“, das wir durch Erneuerung geworden sind?

Wir sind nicht mehr hilflos oder wehrlos bei unserer täglichen Konfrontation mit der Sünde. Wir sind nicht dazu verdammt, in ständiger Ungehorsamkeit und Niederlage zu wandeln. Gott hat uns im Innern, übernatürlich, und grundlegend verwandelt. Wir verfügen jetzt über den Wunsch und die Fähigkeit, ihm für den Rest unseres Lebens zu gefallen. Durch Gnade motiviert und befähigt, können wir ein Leben fortschreitender, endgültiger Veränderung erwarten.

Hier beginnt Heiligung – in der Sicherheit und Überzeugung, dass wir wiedergeboren wurden, nicht durch unser eigenes Bemühen, sondern durch die Kraft und Absicht Gottes.

Gruppendiskussion

  1. Welche Worte könnte ein Nichtchrist wählen, um einen typischen „wiedergeborenen“ Christen zu beschreiben?
  2. Was ist ein möglicher Grund dafür, dass Bekehrungen berühmter Persönlichkeiten so häufig oberflächlich sind?
  3. Thomas Adams schrieb: „Nimmt man das Geheimnis von der neuen Geburt weg, hat man ihre Erhabenheit weggenommen.“[16] Was macht die Erneuerung geheimnisvoll?
  4. Ist es für Sie schwierig zu glauben, dass Gott allein für Ihre Wiedergeburt verantwortlich war?
  5. Wenn Lydia und Paulus die Extreme der Erfahrung der Wiedergeburt darstellen, wo finden Sie sich in diesem Spektrum wieder?
  6. Diskutieren Sie über den Zeitstrahl, den Sie auf Seite 21 gezeichnet haben. Gibt es Fragen zur Reihenfolge der Heiligung?
  7. Lesen Sie Hebräer 12,2. Inwiefern beeinflusst diese „bedingungslose Zusage“ Ihre Sicht der Heiligung?
  8. Hat dieses Kapitel Sie veranlasst, anders über die neue Geburt zu denken?

Empfohlene Literatur

The Christian Life by Sinclair Ferguson (Carlisle, PA: The Banner of Truth Trust, 1989)

God’s Words by J.I. Packer (Downers Grove, IL: InterVarsity Press, 1981)

Verweise

  1. Zitiert in R.C. Sproul, Born Again: Leader Guide (Orlando, FL: Ligonier Ministries, Inc., 1988), Kapitel I, S. 14.
  2. Sinclair Ferguson, The Christian Life (Carlisle, PA: The Banner of Truth Trust, 1989), S. 55.
  3. Zitiert in R.C. Sproul, Born Again: Leader Guide, Kapitel III, S. 20.
  4. C. Samuel Storms, Chosen for Life (Grand Rapids, MI: Baker Book House, 1987), S. 108.
  5. Zitiert in R.C. Sproul, Born Again: Leader Guide, Kapitel III, S. 19.
  6. Charles Spurgeon, Autobiography, 1 (Edinburgh: Banner of Truth Trust, 1962), S. 164-65.
  7. J.I. Packer, God’s Words (Downers Grove, IL: InterVarsity Press, 1981), S. 151.
  8. J. Rodman Williams, Renewal Theology, Volume II: Salvation, The Holy Spirit, and Christian Living (Grand Rapids, MI: Zondervan Publishing House, 1990), S. 37.
  9. J.I. Packer, God’s Words, S. 148-149.
  10. R.C. Sproul, Essential Truths of the Christian Faith (Wheaton, IL: Tyndale House, 1992), S. 171-172.
  11. Zitiert in R.C. Sproul, Born Again: Leader Guide, Kapitel III, S. 19.
  12. Zitiert in R.C. Sproul, Born Again: Leader Guide, Kapitel II, S. 17.
  13. Anthony A. Hoekema, Saved by Grace (Grand Rapids, MI: Eerdmans Publishing Co., 1989), S. 100.
  14. John R.W. Stott, The Epistles of John (Grand Rapids, MI: Eerdmans Publishing Co., 1964), S. 136.
  15. J. Rodman Williams, Renewal Theology, Band II, S. 50.
  16. Quoted in R.C. Sproul, Born Again: Leader Guide, Kapitel II, S. 16.