Das Kreuz mit der Kritik

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English: The Cross and Criticism

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Von Alfred Poirier Über Biblische Seelsorge
Teil der Journal of Biblical Counseling-Serie

Übersetzung von Thomas Menz

Das Kreuz mit der Kritik von Alfred J. Poirier

Am 28. Januar 1986 brach die Raumfähre “ Challenger” und ihre Besatzung zu einer Weltraummission auf, um den pädagogischen Horizont zu erweitern und den Fortschritt der naturwissenschaftlichen Kenntnisse zu verkünden. Das herausragendste Ziel der “Challenger” 51-L Mission war das Erteilen von Schulunterricht aus dem Weltall mit der Lehrerin Christa McAuliffe. Eine Lektion wurde in der Tat erteilt, jedoch nicht von der Art, wie sie von irgendjemandem erwartet wurde.

Gerade einmal 75 Sekunden nach dem Start ereignete sich das Unglück. Vor der versammelten Zuschauergemeinde explodierte die Raumfähre plötzlich und ging in Flammen auf, wobei die Kabine mit der Besatzung zerstört wurde. Die Trümmer aus Metall, Blut und Knochen stürzten zur Erde und mit ihnen der Glanz unserer Nation.

Was war schief gelaufen? Das war die drängende Frage, die sich jeder stellte. Als die Forscherteams das Wrack untersuchten, war der besondere Grund bald gefunden. Das Problem waren die Dichtungsringe (kreisrunde Gummidichtungen), die konstruiert wurden, um eng an den Verbindungsstellen der Beschleunigerbereiche anzuliegen. Offensichtlich waren die Dichtungsringe unter widrigen Umständen defekt geworden, und das daraus resultierende mechanische Versagen führte zu der Tragödie. War das die ganze Geschichte?

Schließlich kam die Wahrheit heraus. Die New York Times sprach es offen aus: der letzte Grund für die Katastrophe der Raumfähre war Stolz. Eine Gruppe von Spitzenmanagern hatte sich geweigert, auf die Warnungen, Ratschläge und Kritiken jener Leute aufmerksam zu hören, die ihnen unterstellt waren, und die über die Betriebszuverlässigkeit bestimmter Teile der Raketen unter ungewöhnlichen Belastungsbedingungen besorgt waren. Bedenken Sie nur: das Beachten der Kritik hätte sieben Menschenleben retten können.

Als Pastor, Gemeindeleiter und Dozent für Peacemaker Ministries bin ich mit der Möglichkeit gesegnet, Menschen und Gemeinden in Konflikten zu dienen. Unter den vielen Dingen, die ich gelernt habe, ist auch die vorherrschende Rolle, die das Geben und Annehmen von Kritik in einem sich verschärfenden Konflikt hat. Mehr noch, ich habe gelernt, dass das Heilmittel, das von Gott wunderbar zur Verfügung gestellt wird, es erfordert, dass wir zum Kreuz Christi zurückkehren. Für unsere derzeitigen Absichten möchte ich, dass wir uns das Problem, Kritik anzunehmen, anschauen.


Die treibende Kraft der Verteidigung gegen Kritik

Lassen Sie mich zuerst erklären, was ich unter Kritik verstehe. Ich benutze diesen Begriff in einem weiten Sinn für jedes Urteil, das von anderen Menschen über Ihre Person gefällt wird, was behauptet, dass Sie in einem besonderen Maßstab versagen. Der Maßstab kann von Gott oder Menschen angelegt sein. Das Urteil kann wahr oder falsch sein. Es kann freundlich mit der Absicht der Korrektur oder barsch und in einer verurteilenden Weise abgegeben werden. Es kann von einem Freund oder einem Feind kommen. Was auch immer der Fall sein mag, es ist ein Urteil oder eine Kritik an Ihnen und dass Sie bei irgendeinem Maßstab versagt haben.

Wie auch immer es kommt, die meisten von uns stimmen zu, dass Kritik schwer zu ertragen ist. Wer von uns kennt nicht irgendeinen Menschen, bei dem wir mit unseren Bemerkungen besonders vorsichtig sein müssen, damit er als Reaktion auf unsere beabsichtigte Korrektur nicht explodiert? Wenn ich durch das Land reise, wird unglücklicherweise oft die Geschichte erzählt, dass viele Menschen es aus Angst vor Vergeltung niemals wagten, sich ihrem Pastor oder Leiter gegenüberzustellen oder ihn zu kritisieren. Viele Leute suchen sich lieber eine andere Organisation, für die sie arbeiten können oder eine Gemeinde, der sie angehören können.

In der Tat kennen Sie keinen Leiter, der nur solche Leute in seiner nächsten Nähe duldet, die für ihn auch am einfachsten sind? Wie oft wurden Sie gewarnt, am Besten „wie auf Eiern zu laufen“, wenn Sie mit dieser Person zusammen sind?

So traurig dieser Kommentar auch ist, solche Leute unterscheiden sich nicht großartig von mir. Auch ich kann Kritik nicht ausstehen. Jede Kritik ist für mich schwer anzunehmen. Ich möchte lieber gelobt als korrigiert, mehr gerühmt als gerügt werden. Ich möchte lieber richten als gerichtet werden! Und ich denke, dass ich damit nicht allein stehe. Je mehr ich zuhöre, desto mehr höre ich die Triebkraft der Verteidigung gegen Kritik.

In der Seelsorge nehme ich es mit Humor, wenn ich sehe, wie sich ein Paar darum zankt, wer etwas wann und wo gesagt hat. Oder wenn Menschen endlos hin- und her diskutieren, ob sie an einem Dienstag oder Mittwoch etwas Bestimmtes getan hatten.

Warum verschwenden wir so viel Zeit, wenn wir auf Fliegen mit dem Vorschlaghammer losgehen? Warum sind unsere Herzen und Gedanken ständig damit beschäftigt und warum branden unsere Gefühle mit solch großer Energie auf, wenn es um unsere Verteidigung geht? Die Antwort ist einfach. Diese Probleme sind geringfügig oder bedeutungslos. Wir verteidigen die Dinge, denen wir eine große Bedeutung zumessen. Wir denken, es sei unser Leben, das wir retten. Wir glauben, dass etwas viel Größeres verloren geht, wenn wir nicht alle Mittel einsetzen, um es zu retten. Unser Name, unser Ruf, unsere Ehre, unser Ruhm.

“Falls ich nicht herausstelle, dass ich missverstanden, falsch zitiert oder fälschlicherweise angeklagt wurde, werden andere Menschen mich nicht richtig kennen. Und falls ich meine Richtigkeit nicht hervorhebe, wird es niemand tun. In den Augen anderer werde ich verspottet und verdammt werden.”

Sehen Sie hier das Götzenbild desSelbst? Das Verlangen nach Rechtfertigung? Aber Götzen haben Beine. Aufgrund dieses götzendienerischen Verlangens nach Rechtfertigung wird die Tragödie der Raumfähre immer und immer wieder in unseren Beziehungen abgespielt. Es zerstört unsere Fähigkeit zuzuhören und zu lernen, und es provoziert uns zum Streit.

Folglich erleiden wir wegen unseres Stolzes und unserer Dummheit bereitwillig den Verlust von Freunden, dem Ehepartner oder geliebte Menschen. Einiges von dieser Zerstörung erscheint in der Form eines brüchigen Waffenstillstands. Wir tolerieren einen kalten Krieg. Wir schließen einen falschen Frieden. Wir verpflichten uns einander, nur über solche Dinge zu diskutieren, die nur von geringer Bedeutung für die Besserung unserer Seelen sind. Wir legen Landminen aus und bedrohen den anderen, dass wir vor Zorn explodieren werden, wenn er das verbotene Thema meines Fehlers, meines Irrtums oder meiner Sünde anspricht.

Auf diesem Wege spalten sich Gemeinden und es bilden sich Splittergruppen. Wir umgeben uns selbst mit Ja-Sagern – Menschen, die uns niemals herausfordern, beraten oder kritisieren. Und während wir damit fortfahren, uns gegen Kritik zu verteidigen, empfinden wir die Bibellehre als etwas anderes.


Empfohlene Kritik

Die Fähigkeit, Korrektur oder Kritik anzuhören und anzunehmen, wird in der Heiligen Schrift, besonders in den Sprüchen, empfohlen. Ein Merkmal des Weisen ist es, belehrbar zu sein, fähig und willens zu sein, Korrektur zu empfangen. Und der weise Vater und die weise Mutter werden ihren Töchtern und Söhnen als Beispiel für solch ein Verhalten dienen.

Den Toren dünkt sein Weg recht; aber wer auf Rat hört, der ist weise (Sprüche 12:15).

Unter den Übermütigen ist immer Streit; aber Weisheit ist bei denen, die sich raten lassen (Sprüche 13:10).

Ein Scheltwort dringt tiefer bei dem Verständigen als hundert Schläge bei dem Toren (Sprüche 17:10).

Die Fähigkeit, einen Rat, Korrektur und einen Tadel anzunehmen, wird nicht nur als Kennzeichen des Weisen angesehen und die Unfähigkeit dazu als Kennzeichen des Dummkopfes, aber sowohl der Weise als auch der Dummkopf ernten entsprechend ihrer Fähigkeit, Kritik anzunehmen:

Wer das Wort verachtet, muss dafür büßen; wer aber das Gebot fürchtet, dem wird es gelohnt (Sprüche 13:13).

Gib dem Weisen, so wird er noch weiser werden; lehre den Gerechten, so wird er in der Lehre zunehmen (Sprüche 9:9).

Wer Zucht verwirft, der macht sich selbst zunichte; wer sich aber etwas sagen lässt, der wird klug (Sprüche 15:32).

Das Annehmen von Kritik birgt einen Nutzen. Kein Wunder, dass David in Psalm 141:5 ausführt: „Der Gerechte schlage mich freundlich und weise mich zurecht; das wird mir wohl tun wie Balsam auf dem Haupte. Mein Haupt wirdsich dagegen nicht wehren. Doch ich bete stets, dass jene mir nicht Schaden tun.“ David kennt den Nutzen aus dem Erlangen von Weisheit, Erkenntnis und Verständnis. Er weiß, dass Tadel eine Freundlichkeit, ein Segen, eine Ehre sind.

Fragen Sie sich selbst: Beurteilen Sie einen Tadel in derselben Weise? Empfinden Sie Kritik, Korrektur oder einen Ratschlag genauso? Möchten Sie es genauso sehen?

Wie können wir dahin kommen, es wie David als Gewinn zu sehen, als uns immer nur schnell gegen jegliche Kritik zu verteidigen? Die Antwort lautet: durch Verständnis, Glauben und die Bestätigung all dessen, was Gott über uns im Kreuz Christi sagt.

Paulus fasste es zusammen, als er sagte: “Ich bin mit Christus gekreuzigt.“ Ein Gläubiger ist jemand, der sich mit allem identifiziert, was Gott in der Kreuzigung Christi bestätigt und verdammt. Seine Heiligkeit, Güte, Gerechtigkeit, Gnade und Wahrheit, wie sie in seinem Sohn Jesus offenbart und demonstriert werden. Gleichsam verdammt Gott im Kreuz die Lüge: Sünde, Betrug und ein götzendienerisches Herz. Er verdammt meine Sündhaftigkeit sowie meine speziellen Sünden. Lassen Sie uns anschauen, wie das beim Geben und Annehmen von Kritik Anwendung findet.


Erstens erkläre ich mich im Kreuz Christi mit Gottes Urteil über mich einverstanden

Ich sehe mich selbst, wie Gott mich sieht – als Sünder. Vor dieser Wahrheit gibt es kein Entkommen: „Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer“ (Römer 3:9-18). Als Reaktion auf meine Sünde hat das Kreuz mich intensiver, tiefer, durchdringender und wahrhaftiger kritisiert und verurteilt, als irgendjemand anderer das könnte. Dieses Wissen erlaubt uns zu jeglicher anderer Kritik über uns sagen: „Das ist nur ein Bruchteil davon.”

Verflucht sei jeder, der nicht bleibt bei alledem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, dass er's tue (Galater 3:10).

Denn wenn jemand das ganze Gesetz hält und sündigt gegen ein einziges Gebot, der ist am ganzen Gesetz schuldig (Jakobus 2:10).

Durch den Glauben bestätige ich das Urteil Gottes über mich selbst, dass ich ein Sünder bin. Ich glaube auch, dass die Antwort auf meine Sünde im Kreuz liegt.

Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir (Galater 2:20).

Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen (Römer 6:6).

Falls das Kreuz alles sagt, spricht es über meine Sünde. Der Mensch, der sagt: „Ich bin mit Christus gekreuzigt“, ist sich seiner Sünde bewusst. Sie werden niemals das Leben durch Ihre eigenen Anstrengungen erlangen, weil alle, die sich auf das Beachten des Gesetzes verlassen, unter einem Fluch sind. „Denn die aus den Werken des Gesetzes leben, die sind unter dem Fluch. Denn es steht geschrieben (5.Mose 27,26): »Verflucht sei jeder, der nicht bleibt bei alledem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, dass er's tue!“ (Galater 3:10). Folglich kritisiert oder verurteilt uns das Gesetz nicht nur; es verdammt uns für alles, was wir nicht getan haben und was im Gesetz Gottes geschrieben steht. Glauben Sie das ? Spüren Sie die Kraft dieser Kritik? Schätzen Sie die Vollkommenheit von Gottes Urteil?

Der gekreuzigte Mensch weiß auch, dass er sich nicht selbst gegen Gottes Urteil verteidigen kann, indem er versucht, seine Sünde durch gute Taten zu ersetzen. Denken Sie über diese Tatsache nach: Denn wenn jemand das ganze Gesetz hält und sündigt gegen ein einziges Gebot, der ist am ganzen Gesetz schuldig (Jakobus 2:10).

Zu behaupten ein Christ zu sein, bedeutet, allem zuzustimmen, was Gott über unsere Sünde sagt. Als ein Mensch, der mit Christus gekreuzigt ist, stimmen wir Gottes Urteil über uns zu: Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer (Römer 3:10).


Zweitens stimme ich im Kreuz Christi der Gerechtsprechung Gottes über mich zu

In dem Kreuz Christi muss ich nicht nur dem Urteil Gottes über mich als Sünder zustimmen, sondern ich muss auch zustimmen, dass Gott mich als Sünder gerecht spricht. Durch die aufopferungsvolle Liebe Jesu spricht Gott ungöttliche Menschen gerecht (Römer 3:21-26).

Aber das Leben, das ich jetzt lebe, lebe ich durch den Sohn Gottes, der mich liebte und sich selbst für mich gab (Galater 2:20).

Mein Ziel ist es, mich der Gerechtigkeit Christi zu rühmen, nicht meiner eigenen.

Niemand wird aus der Sicht Gottes durch das Beachten des Gesetzes gerecht gesprochen (Römer 3:20).

Diese Gerechtigkeit Gottes kommt durch den Glauben an Jesus Christus an alle, die glauben (Römer 3:22).

Stolz bringt Streit hervor, sagt Salomon. Streitigkeiten drehen sich oftmals darum, wer im Recht ist. Streitigkeiten brechen aus unserem götzendienerischen Verlangen nach Rechtfertigung hervor. Das geschieht jedoch nicht, wenn ich das Kreuz anwende. Im Kreuz liegt nicht nur Gottes Schuldspruch über mich als Sünder, sondern auch seine Verkündigung der Gerechtigkeit durch die Gnade durch den Glauben a Christus.

Das Kreuz Christi erinnert mich daran, dass der Sohn Gottes mich liebt und sich selbst für mich geopfert hat. Und deswegen hat Gott mich vollständig und für immer in Christus akzeptiert. So also funktioniert die Gnade: Christus erlöste uns vom Fluch des Gesetzes, indem er für uns zum Fluch wurde, wie geschrieben steht: „Verflucht ist, wer am Holze hängt.“ Er erlöste uns, damit der Segen, der Abraham gegeben wurde, durch Christus Jesus auch den Heiden gegeben würde, sodass wir durch den Glauben die Verheißung des Heiligen Geistes empfangen könnten (Galater 3:13f).

Was für ein sicheres Fundament für die Seele! Nun praktiziere ich keine Rechtfertigung mehr, sondern Rühmen – Rühmen über die Gerechtigkeit Christi für mich.

Wenn Sie sich das wirklich zu Herzen nehmen, kann die ganze Welt gegen Sie sein, sie verleumden oder kritisieren, Sie werden fähig sein, zu antworten: „Wenn Gott mich gerecht gemacht hat, wer will mich verdammen?“ „Wenn Gott mich gerecht macht, mich annimmt und mich niemals verlässt, warum sollte ich dann unsicher sein und Kritik fürchten?“ „Christus nahm meine Sünden, und ich empfange seinen Geist. Christus nimmt meine Verdammnis, und ich empfange seine Gerechtigkeit.”


Auswirkungen vom Umgang mit Kritik

Im Lichte der Verurteilung und der Gerechtsprechung Gottes über den Sünder im Kreuz Christi können wir anfangen zu entdecken, wie man mit jeglicher Kritik umgehen kann. Indem ich mich mit der Kritik Gottes über mich im Kreuz Christi einverstanden erkläre, kann ich jeder Kritik ins Gesicht sehen, die Menschen gegen mich aufbringen. In anderen Worten, niemand kann mich mehr kritisieren, als das Kreuz es getan hat. Und die vernichtendste Kritik verwandelt sich in die feinste Gnade. Wenn Sie folglich von sich wissen, dass Sie mit Christus gekreuzigt sind, können Sie auf jede Kritik, sogar auf falsche oder feindselige Kritik, ohne Bitterkeit, Verteidigung oder Schuldzuweisung reagieren. Solche Reaktionen verschlimmern oder intensivieren typischerweise einen Konflikt und führen zum Zerbruch von Beziehungen. Sie können lernen, Kritik als konstruktiv und nicht als verdammend wahrzunehmen, weil Gott Sie gerecht gesprochen hat.

Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht. Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt (Römer 8:33-34a).

Der Gerechte schlage mich freundlich und weise mich zurecht; das wird mir wohl tun wie Balsam auf dem Haupte (Ps. 141:5).

Falls ich weiß, dass ich mit Christus gekreuzigt bin, kann ich die Kritik anderer Menschen mit folgender Einstellung aufnehmen: „Du hast nicht einen Bruchteil meiner Schuld aufgedeckt. Christus hat mehr über meine Sünde, mein Versagen, meine Rebellion und meine Dummheit gesagt, als irgendein Mensch gegen mich vorbringen kann. Ich danke dir für deine Korrekturen. Sie sind ein Segen und eine Freundlichkeit für mich. Selbst wenn sie falsch oder falsch angebracht sind, erinnern sie mich an meine wahren Fehler und Sünden, für die mein Herr und Retter von ganzem Herzen bezahlte, als er für mich ans Kreuz ging. Ich will hören, wo deine Kritik begründet ist.”

Die Korrektur und der Ratschlag, den wir hören, sind von unserem himmlischen Vater geschickt. Sie sind seine Korrekturen, Tadel, Warnungen und Schelte. Seine Erinnerungen sollen mich demütig machen, um die Wurzel des Stolzes auszureißen und sie durch ein Herz und einen Lebensstil der wachsenden Weisheit, des Verständnisses, der Güte und der Wahrheit zu ersetzen. Wenn Sie zum Beispiel Kritik annehmen – ob gerechtfertigt oder nicht – werden Sie lernen, sie mit wohlwollender Absicht und konstruktiven Ergebnissen zu üben. Siehe den Text: „Kritik in die Wege Gottes lenken.”

Ich fürchte die Kritik von Menschen nicht, weil ich der Kritik Gottes bereits zugestimmt habe. Und ich strecke mich letztendlich nicht nach dem Beifall anderer Menschen aus, da ich durch die Gnade Gottes Anerkennung gefunden habe. Tatsächlich hilft mir seine Liebe, Korrektur und Kritik als Freundlichkeit und Öl auf meinem Haupt von meinem himmlischen Vater anzunehmen, der mich liebt und der sagt: „Mein Sohn, achte nicht gering die Erziehung des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm gestraft wirst. Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt“ (Heb. 12:5-6).


Anwenden, was wir gelernt haben

1. Kritisieren Sie sich selbst.Wie reagiere ich typischerweise auf Korrektur? Schmolle ich bei Kritik oder Korrektur? Wie ist meine erste Reaktion, wenn jemand sagt, ich liege falsch? Neige ich dazu, die Person anzugreifen? Weise ich den Inhalt der Kritik zurück? Reagiere ich auf die Art und Weise? Wie gut nehme ich Ratschlag an? Wie sehr suche ich ihn? Können andere Menschen sich mir nähern, um mich zu korrigieren? Bin ich belehrbar? Hege ich Groll gegen die Person, die mich kritisiert? Versuche ich umgehend, mich selbst zu verteidigen, indem ich meine gerechten Taten und persönlichen Meinungen hervorkehre, um mich selbst zu verteidigen und meine Richtigkeit herauszustellen? Können mein Ehepartner, meine Eltern, Kinder, Brüder, Schwestern oder Freunde mich korrigieren?

2.Bitten Sie den Herrn um das Verlangen, weise anstelle von dumm zu sein. Verwenden Sie die Weisheitssprüche, um sich selbst der Güte, willig und fähig zu sein, Kritik, Ratschlag, Tadel oder Korrektur zu empfangen, zu empfehlen. Denken Sie über die oben genannten Passagen nach: Sprüche 9:9; 12:15; 13:10,13; 15:32; 17:10; Psalm 141:5.

3. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Kreuzigung mit Christus. Während ich sagen kann, dass ich Glauben in Christus habe und sogar mit Paulus sagen kann: „Ich bin mit Christus gekreuzigt“, finde ich jedoch, dass ich immer noch nicht im Licht des Kreuzes lebe. Deswegen stelle ich mir selbst zwei Fragen. Erstens, wenn ich mich ständig unter der Kritik anderer Menschen winde, wie kann ich dann sagen, dass ich die Kritik des Kreuzes kenne und akzeptiere? Zweitens, wenn ich mich typischerweise selbst rechtfertige, wie kann ich dann sagen, dass ich die Rechtfertigung Gottes meiner Person durch das Kreuz Christi kenne, liebe und ihr anhänge? Das bringt mich dorthin zurück, über Gottes Urteil und Rechtfertigung des Sünders in Christus am Kreuz nachzudenken. Wenn ich bedenke, was Gott für mich in Christus getan hat, finde ich eine Lösung, mit allem einverstanden zu sein und es zu bestätigen, was Gott über mich in Christus sagt, mit dem ich gekreuzigt wurde.

4. Lernen Sie, anderen Menschen stärkende Worte zuzusprechen. Ich will Kritik als Sünder empfangen, der in der Gnade Jesu lebt, wie also kann ich Kritik in einer Weise üben, die anderen Menschen die Gnade weitervermittelt? Zutreffende, ausgewogene Kritik, barmherzig geübt, wird am leichtesten gehört – und sogar dann, wenn mein Stolz dagegen rebelliert. Unfaire oder harte Kritik (egal ob gerecht oder ungerecht) ist selbstverständlich schwer zu ertragen. Wie kann ich am Besten zutreffende, faire Kritik üben, ausgewogen mit Gnade und Kraft?

Mein Gebet ist, dass Sie in Ihrem Kampf gegen die Sünde der Rechtfertigung ihre Liebe zur Ehre Gottes vertiefen, die im Evangelium seines Sohnes offenbart wird, und dass Sie durch den Glauben in der Weisheit wachsen.

Kritik in göttliche Bahnen lenken

Ich sehe meine(n) Bruder/Schwester als jemand, für den Christus starb (1. Kor. 8:11).

Bleibt fest in der brüderlichen Liebe (Heb. 13:1).

Ich komme als jemand, der ebenfalls ein Sünder ist.

Was sagen wir denn nun? Haben wir Juden einen Vorzug? Gar keinen. Denn wir haben soeben bewiesen, dass alle, Juden wie Griechen, unter der Sünde sind… sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten (Römer 3:9,23).

Ich bereite mein Herz vor, damit ich nicht aus falschen Motiven heraus rede.

Einen jeglichen dünken seine Wege rein; aber der HERR prüft die Geister (Sprüche 16:2). Das Herz des Gerechten bedenkt, was zu antworten ist; aber der Mund der Gottlosen schäumt Böses (Sprüche 15:28). Des Weisen Herz redet klug und mehrt auf seinen Lippen die Lehre (Sprüche 16:23).

Ich überprüfe mein eigenes Leben und bekenne zuerst meine Sünde.

Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen?, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge. Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst (Matt. 7:3-5).

Ich bin allezeit geduldig, und das in Langmut (Eph. 4:2).

Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf. (1 Cor. 13:4).

Es ist nicht mein Ziel, in Diskussionspunkten zu verdammen, sondern durch konstruktive Kritik aufzubauen.

Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören (Eph. 4:29).

Ich korrigiere und tadele meinen Bruder freundlich in der Hoffnung, dass Gott ihm die Gnade der Buße gibt, selbst wenn auch ich nur durch seine Gnade Buße getan habe.

Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streitsüchtig sein, sondern freundlich gegen jedermann, im Lehren geschickt, der Böses ertragen kann und mit Sanftmut die Widerspenstigen zurechtweist, ob ihnen Gott vielleicht Buße gebe, die Wahrheit zu erkennen (2 Tim. 2:24-25).